Freitag, 6. november 2009
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Nun als Kind habe ich mich öfter gefragt, warum ich mir einen zu Tode gefolterten Menschen (auch wenn es nach
Überzeugung der Christen Gottes Sohn ist, ist es brutal, menschenunwürdig) an allen möglichen Orten permanent vor Augen führen soll. Ich hatte Alpträume.
Eine Folterszene an allen möglichen öffentlichen Orten: Ämter, Bahnhöfe, in (Gottes) freier Natur - überall standen und stehen diese Folterbilder herum. Vielleicht hat dieser Zugang zur
Spritualität und Religion über fast 2000 Jahre die brutalen Exzesse und Intolleranz gerade der Katholiken in den vergangenen Jahrhunderten beeinflusst.
Es stimmt, was nun Bischöfe und Politiker nach dem EU-Urteil zum Kreuz in Schulen sagen: Das Kreuz gehört zu unserer Kultur - ein echtes Kreuz mit dem Kreuz. Immer diese Brutalität vor Augen! Wir
erinnern uns an die Diskussion um Videospiele und deren Beeinflussung der Gewaltbereitschaft Jugendlicher.
(Mein) GMV sagt: Die Menschen wissen heute ein klein wenig mehr als vor 1000 Jahren - also bitte nochmal über das eine oder andere nachdenken.
Wenn ich dann folgendes lese, habe ich jedoch einerseits den Eindruck, dass mancher recht wenig nachdenkt und populistisches in die Welt bläst (jo mei, die Bayern, gell) - wobei gerade Politker oft
haarscharf an den hären Grundsätzen christlicher Nächstenliebe vorbeischrammen - Machtmenschen, liebe deinen nächsten - vergiss es, Lug und Betrug von Wählern, Bürgern (manchmal auch der
Ehefrau).
Die Welt online, 4.11.09
Auch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sollen Kruzifixe in bayerischen Schulen
hängen bleiben (mir san mir!!!!!)
Das bekräftigten Kultusminister Ludwig Spaenle und Europaministerin Emilia Müller (beide CSU) ebenso wie FDP-
Landtagsfraktionschef Thomas Hacker am Mittwoch.(die streiten doch sonst nur!!)
Der Gerichtshof in Straßburg hatte am Dienstag geurteilt, ein christliches Kreuz im Klassenzimmer einer
Staatsschule in Italien verletze die Religionsfreiheit der Schüler. (das ist reiner Juristenkram)
Spaenle betonte, er sehe keine direkten Auswirkungen des Urteils auf Bayern. Müller sagte: „Wir haben eine klare
Rechtslage.“ In Bayern gebe es seit 1995 einen Mechanismus zur Lösung von Konfliktfällen. Demnach sollen in Klassenzimmern grundsätzlich Kreuze hängen.(sag ich doch, das ist auf Dauer hart für
die lieben kleinen - von Anfang an und ständig mit Folterbildern bestrahlt)
Sollte sich ein Schüler oder Lehrer aber daran stoßen und glaubhaft darlegen können (erinnert mich an die
Gewissenprüfung für Wehrdienstverweigerer von früher), dass er sich diskriminiert fühlt, so muss die jeweilige Schule entscheiden, ob das Kreuz in den Räumen abgehängt wird oder nicht.
(Freiheit allerorten)
Die katholischen Bischöfe reagierten enttäuscht auf das Urteil. (Der Club der alten Männer in den seltsamen
Uniformen hat es auch nicht leicht: Die Prister laufen davon, immer mehr Kirchenaustritte, weniger Geld - obwohl für den sinnfreien Prunk reicht es allemal und jetzt wieder einmal ein Angrif auf
die europäische Kultur von ungeahntem Ausmaß - das Kruzifixurteil Nr.2 - es gab schon mal eines in Bayern)
Es sei „einseitig“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Das Kreuz sei nicht nur religiöses Symbol, sondern auch kulturelles
Zeichen.
Die Frage ist nur für welche Kultur dieses Zeichen steht. (Gott sei Dank) hat sich unsere Kultur weiter entwickelt und marschiert seit ein paar Jahrzehnten schurstracks am Kulturverständis der
erzkonservativen Teile der katholischen Kirche vorbei (die haben aktuell das sagen): Frauen gelten etwas, Religionsfreiheit, Bildung für alle (das sieht die Kirche gar nicht gerne), es gibt
Sexualität! (einige Priester lenken diese Erkenntnis schon mal gerne in die falsche Richtung - die Kirche schweigt!!), Verhütung dient dem Schutz und verhindert Kinderarmut, auch Nicht-Katholiken
sind Menschen (das haben die meisten der Kirchenoberen glaube ich mittlerweile erkannt - nicht alle - sie hatten auch ein paar Jahrhunderte Zeit dafür)
(Mein) GMV sagt: Spiritualität gehört zum Menschsein - Dogmen sind meist schädlich und nur für wenige nützlich
von Jürgen
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veröffentlicht in: GMV Erlebnisse
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