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11. Januar 2009 7 11 /01 /Januar /2009 13:29

Von Decartes1) stammt der Ausspruch: „Ich denke, also bin ich“. Damit huldigt er dem rationalen, bewusst entscheidenden Verstandesmenschen. Nach diesem Satz hat die Wissenschaft in unseren Breiten über Jahrhunderte die Teilung von Geist und Körper vertreten. Die Seele war Sache der Kirche und damit auch nicht unbedingt innovativer wissenschaftlicher Betrachtungen ausgeliefert. Nach heutigen Erkenntnissen liegt Decartes voll daneben.

 

„Ich denke, also bin ich» – dieser Satz von Descartes ist wohl der berühmteste in der Geschichte der Philosophie. Die Trennung von Körper und Geist ist in der westlichen Kultur tief verankert. Der Hirnforscher Antonio Damasio argumentiert, auf der Basis neuer Forschung, dass neben der Ratio auch Emotionen unerlässlich sind für eine „kluge“ Lebensführung.“ (Antonio Damasio: Decartes´ Irrtum, Klappentext)

 

Beim gesunden Menschenverstand ist er schon dabei, der Verstand. Er folgt jedoch eher der Voraussetzung „ich „hirne“, also bin ich“. Und das Gehirn „ist“ alles, was uns ausmacht – bewusstes Denken, Fühlen, Wissen, Nicht-Wissen (im Sinne des unbewußten Wissens), Emotionen, Regelzentrale, Steuerung; „Seele“ etc.). „Verstand“ im Sinne von Ratio ist das, was vor allem im Großhirn abläuft - das Denken, das vernünftige, rationale Denken. Das ist sehr verkürzt, vereinfacht, aber für unsere Betrachtungen genügt es. Wikipedia sagt (19.06.2008) „Das Wort „Verstand“ ist das Substantiv zu „verstehen“ von althochdeutsch „firstȃn“, im Sinne von „dicht davor stehen“, um zu erkennen und zu begreifen.“

Deshalb ist es gut, dass bei GMV zum bewussten Verstand die Natur, die Intuition und das Unbewusste hinzu kommen. Dass Erfahrung, Erlebtes, Emotion, allgemein Gültiges dazu kommen. All diese Faktoren beeinflussen unser Denken und unsere Entscheidungen und sind Teil des gesunden Menschenverstandes. Ohne GMV mit den zwei Komponenten „Natur trifft Verstand“ (der letztlich auch Natur ist) blieben wir oft „firstan“, davor stehen, vor der Erkenntnis, dem Begreifen. Zwar dicht, aber doch leider davor. (ist klar, was ich meine? Wenn nicht schreiben Sie mir eine mail oder lesen den Absatz besser noch mal)

 

Nun sind die meisten Menschen nicht wirklich wissentlich dumm, machen nicht ständig gewollt Dummheiten – manche leider schon.. Es kommt vor. Manchmal handeln wir wider besseres Wissen. Hab ich auch schon gemacht – ziemlich oft. Wenn ich so darüber nachdenke, passiert mir das heute auch noch. Ich rauche schon mal gerne eine Zigarette. Das ist wider besseres Wissen gehandelt und somit dumm, wirklich. Falls Sie auch rauchen, sind Sie ebenfalls einfach dumm. Sorry, aber es ist so. Sie vergiften sich und wenn es blöd läuft werden Sie krank und bringen sich zugweise um. Ich weiss nicht wirklich, wie das mit der Dummheit bei Ihnen ist – ich kenne Sie ja nicht. Das können nur Sie beantworten, wenn Sie ehrlich mit sich selbst umgehen. Oder Ihre Frau, Freundin , Freund oder Freunde.

Fragen Sie einmal und bitten Sie um ehrliche Antwort. O.k. vergessen Sie es – das mit der ehrlichen Antwort klappt nicht. GMV.

 

Exkurs: Die Lüge und andere Erkenntnisse

„Wer immer die Wahrheit sagt, kann sich ein schlechtes Gedächtnis leisten“2). Genau. Der erste Bundespräsident (1949 bis 1959) musste es ja wissen. Schließlich hat er sich Jahrzehnte in Diplomaten und Politikerkreisen bewegt. Und die Lügen bekanntlich was das Zeug hält (GMV: Clinton, Barschel, Bush, Ulbricht, Ypsilanti ...). Aber Sie sollten den vom Image her eh schon gebeutelten mit Nachsicht begegnen, denn unter dem Strich sind Sie und ich auch nicht viel besser. Das sagt Ihnen schon der gesunde Menschenverstand, wenn sie ehrlich sind (Was war Ihre letzte Lüge – kann noch nicht lange her sein). Wissenschaftlich ist heute klar: Lügen ist so etwas wie Atmen, Dummheit und Sex. Manchmal nötig, unvermeidlich und angeboren.

 

„Jeder Mensch lügt bis zu 200 Mal am Tag - allerdings nicht immer vorsätzlich. Oft lügen wir aus Höflichkeit, Bescheidenheit oder um uns besser darzustellen. (...) Der Hauptgrund für eine Lüge ist aber die Angst- wir lügen, wenn wir uns nicht sicher fühlen oder uns selbst beruhigen müssen. Dabei schwindeln wir nicht nur andere Menschen an, sondern auch uns selbst. (und zwar ständig. Insbesondere unsere Vergangenheit verklären wir und verzerren sie extrem zu unseren Gunsten: Anmerkung des Autors)

Männer lügen, wenn es um den Job, das Auto und die Freizeitaktivitäten geht - Frauen lügen eher über ihr Alter, ihr Gewicht und die Einkäufe. Und auch Kinder können wahre Meister des Lügens sein: Schon mit etwa vier Jahren beginnen sie, bewusst zu lügen. (...) Wissenschaftler sind sich einig: "Lügen lernen" ist Teil unserer geistigen Entwicklung.“

Quelle: http://www.br-online.de/wissen/forschung, 11.01.2009

 

Da haben wir den Salat. Wir sind einfach in vielen Dingen Opfer unserer Natur. Männer gehen fremd (genetisch und evolutions-geschichtlich bedingt), Frauen können nicht einparken, Menschen lügen. GMV sagt: Die Erkenntnisse der Wissenschaft werden sich ändern. Also nehmen Sie das alles nicht zu ernst, sondern bleiben Sie wissenstechnisch am Ball. Das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen – aus wissenschaftlicher Sicht. GMV sagt auch: Sie haben Einfluss auf Ihre Entscheidungen (Lügen, Nicht-Lügen, Fremdgehen, Auftrag annehmen, Kündigen ...), auch wenn die Wissenschaft da heute auch schon mal anderes behauptet – siehe das Libet-Experiment3).

 

1) René Descartes, 1596- 1650, französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler. Descartes gilt als der Begründer des modernen frühneuzeitlichen Rationalismus, den Spinoza, Malebranche und Leibniz kritisch-konstruktiv weitergeführt haben. Sein rationalistiches Denken wird auch Cartesianismus genannt. Er ist außerdem für das berühmte Dictum „cogito ergo sum“ („ich denke, also bin ich“) bekannt, das die Grundlage seiner Metaphysik bildet, aber auch das Selbstbewusstsein als genuin philosophisches Thema eingeführt hat. Seine Auffassung bezüglich der Existenz von zwei nicht miteinander wechselwirkenden, voneinander verschiedenen 'Substanzen' - Geist und Materie - ist heute als Cartesianischer Dualismus bekannt und steht im Gegensatz zu den verschiedenen Varianten des Monismus sowie zur dualistischen Naturphilosophie Isaac Newtons, der die Wechselwirkung aktiver immaterieller „Kräfte der Natur“ mit der absolut passiven Materie lehrt. (Wikipedia, 30.06.2008)

2) „Für den Soziologen Peter Stiegnitz ist die Lüge "das Salz des Lebens" - eine Prise macht das Leben leichter, zu viel macht es ungenießbar. Geübten Lügnern merkt man auf den ersten Blick oft nicht an, wenn sie die Unwahrheit sagen. Dabei kann alleine die Mimik eine Lüge enttarnen - manchmal selbst bei "Profis". Spätestens durch einen Blick ins Gehirn kann auch die beste Lüge aufgedeckt werden. Kernspin-Aufnahmen zeigen, dass notorische Lügner eine andere Hirnstruktur als aufrichtige Menschen haben und mit Hilfe eines Magnetresonanztomografen wird deutlich: Lügen ist für das Gehirn anstrengender, als bei der Wahrheit zu bleiben.“ Quelle: http://www.br-online.de/wissen/forschung 11.01.2009

3) “Als Libet-Experiment wurde ein Versuch zur Messung der zeitlichen Abfolge einer bewussten Handlungsentscheidung und ihrer motorischen Umsetzung bekannt, den der Physiologe Benjamin Libet 1979 durchgeführt hat. Seine Bedeutung für die Philosophie des Geistes war Gegenstand lebhafter Diskussionen; noch heute wird das Experiment häufig in der Debatte über die menschliche Willensfreiheit angeführt.“ Quelle: Wikipedia, 11.01.2009

Anhand von EG-Aufzeichnung wies Libet nach, dass bei einfachen motorischen Vorgängen, ein bewusster Handlungswunsch deutlich nach unbewussten Aktivitäten des Gehirns festzustellen war.

„Libet selbst folgerte zunächst aus seinen Resultaten, dass der Entschluss zu handeln von unbewussten Gehirnprozessen gefällt wird, bevor er als Handlungswunsch ins Bewusstsein dringt; die bewusste Entscheidung sei somit nicht ursächlich für die Handlung.“ Quelle: Wikipedia, 11.01.2009


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