Ich bin heute auf einen "Glücksritter" gestoßen. Über Twitter - ja, ich bin auch mit diesem neuen Kurz-Mitteiler zugange. Ob ich nicht mehr zu sagen habe? Doch, desshalb ja dieser Blog. Is jetzt gut!?
Zurück zum Glück: Der Mann ist kein Ritter, sondern Autor und bietet sein Buch "77 Wege zum Glück" an. Und dann auch noch anstrengend - 77 Wege, hätten es nicht auch sieben getan. Der Erfolg von ALDI besteht ja gerade darin, dass es dort übersichtlich ist. 2.500 Produkt anstatt 30.000 in einem Supermarkt. Mehr Übersicht, mehr Glück? Na gut - dann eben 77 - schaun wer mal. Zuerst dachte ich, sicher wieder so ein esoterischer Schwachsinn - ich stehe nicht auf Esoterik und Artverwandtes.
Motto: Das Universum hat für jeden genug - bestelle dir einfach ne Million (habe ich vor kurzem gemacht (Selbstversuch) - noch nichts da. Schade eigentlich. Aber ich glaube halt nicht dran - deswegen kein Kontoeingang. Ich glaube auch nicht an den Teufel (und alles was mit dem Burschen zusammenhägt) - also auch kein Fegefeuer. Diese Logik gefällt mir. Zurück zur Million.
GMV sagt: Geld fällt nicht vom Himmel und Erfolg nicht in den Schoß (außer in Märchen)
Oder: Du musst nur daran glauben, dann wird es punktgenau kommen.
Viele Glauben an verschiedene Dinge, an die man glauben muss, weil sie nicht greifbar sind und soooo toll wären, wenn es sie denn gäbe (Leben nach dem Tod usw.). Das hat die Welt bisher auch nicht besser gemacht. Im Gegenteil ... ich lasse das Thema jetzt. Da brauche ich einige Seiten im Buch "Das GMV-Prinzip", um das auseinander zu setzen. Nur so viel vorab: Glaube und GMV gehen ungefähr so gut zusammen wie die katholische Kirche und Innovation. (ich weiss das, ich war mal Ministrant)
Anmerkung: Ich lösche keine Kommentare von Priestern (außer sie sind nachweislich wegen sexueller Übergriffe verurteilt), ich lösche Kommentare vom Pabst, von Kardinal Meisner und seinen Gesellen (also sparen Sie sich die Mühe)
Oder: Für jeden gibt es einen oder mehrere Engel (die Engelsgläubigen). Sie werden dich zu deinem Glück führen. Kein Kommentar. Das ist mir einfach zu blöd. Aber dazu gibt es Bücher, die gekauft werden. 10.451 Ergebnisse zum Stichwort "Engel" bei Amazon - Kategorie Bücher! Nur 9.421 zum Thema Glück - das gibt zu denken, oder?
Nun mit dem Glück ist das so eine Sache. Der gesunde Menschenverstand sagt: Jeder ist seines Glückes Schmied. Also "selbst machen" kann da schon helfen. Warten bis etwas passiert - schwierig. Oder denken Sie, dass sich das Eisen vom Warten schmiedet, die Endorphine, Morphium, Dopamin von alleine sprudeln? Sie können auch daran glauben und sollten viel Zeit mit bringen, um das Ergebnis verifizieren zu können. Wobei - wenn es länger dauert, wird es auch nicht besser.
Es gibt einige "Glücksautoren", die Interessantes zum Thema beizutragen haben - nicht der Dalai Lama - er zergeht sich in Allgemeinplätzen. Ich habe mal eine CD von ihm gehört - nichts Neues aus Nepal und den Dächern der Welt für einen GMVler aus Oberfranken! Kernaussage (ca. 148 mal in dem Hörbuch geäußert): Alle Menschen wollen Schmerzen vermeiden und glücklich sein. Ach was!!
Also die interessanten Glückautoren: sie betrachten Glück auch unter dem wissenschaftlichen Aspekt. Was sagen Geschichte, Philosophie, Psychologie und Gehirnforschung dazu? Das ist wirklich spannend und aufschlussreich. Dazu gehören nach meiner Ansicht Autoren wie Stefan Klein (Die Glückfsformel) und Wolf Schneider (Glück! Bestimmt noch andere, die ich nicht kenne). Meist gut recherchiert, populärwissenschaftliche Ansätze und durchaus zulässige Schlüsse, wie Sie und ich denn näher ans Glück herankommen könnten.
Mal sehen (bzw. lesen) wie Wolff Horbach, der Glücksritter, der mir auf Twitter begegnet ist, mit seinem Buch "77 Wege zum Glück" an die Sache heran geht. Bisher habe ich nur Auszüge bei Amazon überflogen. Auf den ersten Blick ist es plakativer und weniger intensiv und ausführlich, etwas reisserischer und mehr auf den Glückssucher, denn auf den "Glücksforscher" abgestimmt. Vielleicht sogar ein billiges Rezeptbuch zum Glück - ich weiss es noch nicht genau. Aber auch die Wissenschaft kommt nicht zu kurz (und das ist schon mal positiv), wie beispielsweise ein Interveiw mit dem Neurologen Professor Tobias Esch im Buch und folgendes Zitat aus dem aktuellen Blog von Horbach zeigent: http://www.77-wege-zum-glueck.de
"Glück ist ein positives Gefühl, welches durch die Ausschüttung von Neurotransmittern (z.B. Serotonin, Dopamin, endogenes Morphium, …) in den Motivations- und Belohnungszentren des Gehirns entsteht."
Ein positives Gefühl also, ausgelöst durch körpereigene Stoffe und endogene Drogen (Morphium). Ohne Drogen also kein Glück, zumindest ohne endogene Stöffchen, kein Glück. Ich hab´s gewußt. Deshalb werden Drogenkartelle nur halbherzig bekämpft, viele sogar erlaubt und gefördert (wegen der Steuereinnahmen: Brauereien, Schnappshersteller, Zigarettenindustrie, Fernsehen). Sie gaukeln den Menschen Glück vor und das bringt erst mal Ruhe (oberste Bürgerpflicht! - ich schweife ab, wie so oft. Aber so funktioniert das Gehirn - mal dahin, mal dorthin, wieder zurück ... - Prof.Esch wird das bestätigen können)
Zurück zum Glück. Braucht Horbach nur die Frage zu beantworten, wie wir diese endogenen Drogen selbst produzieren können, also innerlich - ohne dass es einer merkt und in Mengen, die wir selbst bestimmen (Steuerlich schwer zu erfassen, bis jetzt). Ich werde das Buch lesen und dann berichten. Schneider und Klein haben diese Frage nicht erörtert. Hier klafft noch eine Weissenlücke auf dem Weg zum selbstgemachten Glück. Wie erhöhe ich die Produktion meiner endogenen Drogen? Endogenes Transmitter Wachstum von 3 Prozent pro Jahr gefordert. Die Wirtschaftsweisen ...
Nun spätestens dann wird der Schmied im Glücksspruch einfach ersetzt vom ... äh ... Glückes Dealer ... oder, ähm ... Glückes Chemiker ... Glücks Consult ... man muss mit er Zeit gehen.
Die zentrale Frage ist, ob die endogene Stöffchen- und Drogenproduktion dann strafbar ist - immerhin ist Morphium dabei und ich weiss (noch) nicht, was noch alles. Für den Besitz von (nichtmedizinischen) Morphium geht´s ins Gefängnis, egal ob es im Körper versteckt ist oder an einem anderen Ort. Und wo fängt das dann an, und wo hört es auf?
Der Neurowissenschaftler Prof. Tobias Esch (laut Hornach führend in der Glücksforschung) sagt sinngemäß (in "77 Wege zum Glück"), dass Dopamin und andere endogene Glücksstoffe vermehrt ausgschüttet werden, wenn wir uns positiven Herausforderungen im Beruf stellen, wenn wir Marathon laufen (ist ja bekannt), wenn wir verliebt sind (dann stimmt die innere Chemie gar nicht mehr, wir sind dann ein anderer, eine andere - das sollte schon lange unter Strafe stehen) oder wenn wir ein gutes soziales Netz haben und pflegen, Freunde treffen und ähnliches.
Halten Sie sich ran, wenn das alles erst mal nachgewiesenermaßen zur vermehrten Produktionen von endogenen, also inneren Positiv-Stoffen und Drogen führt, wird das wahrscheinlich unter Strafe gestellt - unseren Politikern und der katholischen Kirche (Teufelswerk!!) traue ich das zu.
GMV sagt: Wissen und Wahrheit vermehren nicht immer das Glück.