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6. Februar 2010 6 06 /02 /Februar /2010 09:31
Warum überrascht diese dpa-Meldung nicht wirklich?

Die Apotheker (selbst eine bedenkliche Ständegemeinschaft, die es versteht dafür zu sorgen, dass sie ihr Schärfchen im Trockenen hat) werfen den gesetzlichen Krankenkassen eine "Verschleierung der Finanzlage" vor. Sie gäben Rabattverträge mit der Pharmaindustrie in Milliardenhöhe nicht an die Versicherten weiter. Gleichzeitig fordern sie Zusatzbeiträge, um ihre teilweise eigene Misswirtschaft finanziert zu bekommen. Das Prinzip "auf Kosten der Kleinen und Ängstlichen" hat bei Krankenkassen in der Politik offensichtlich Methode. Die "Kleinen" wehren sich nicht oder geben schnell auf.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie seitens macher Krankenkassen mit Behinderten umgegangen wird. Bei der Zahlung von wichtigen Hilfsmitteln ist der sogenannte Medizinische Dienst eine schöne Möglichkeit Anträge zu verzögern bzw. erst mal abzulehnen. Prinzip "Aussitzen".

Aktuelles Beispiel
Kostenübernahme eines Beatmungsgerätes für einen Muskelschwund-Kranken, der das Gerät täglich benötigt. Kasse: BKK Mobil Oil. Übernahme der Kosten eines Gebrauchtgerätes. Lieferant aus Thüringen. Produkt- und Servicequalität des Lieferanten aus Sicht des Patienten nicht annehmbar (veraltetes Gebrauchtgerät, keine schnelle Serviceverfügbarkeit - da entstehen Ängste). Patient in Bayern. Passendes Produkt aus Patientennähe abgelehnt. Kostenunterschied rund 300 Euro (bei Gesamtkosten von rund 6000 Euro). Keine Anfrage, ob Betroffener Kostenunterschied übernehmen würde, sondern einfach beauftragen des "eigenen" patientenfernen Lieferanten. Schriftverkehr seit 12/2009 - zunehmende psychische Belastung des Betroffenen. Folge Kassenwechsel. Hoffnung: alles wird besser. Wiederkehrende Einsicht: Der Versicherte ist der Depp.

GMV sagt: gespart wird bei den anderen
 
Es entsteht ein reger Schriftverkehr, den Sachbearbeiter (haben sonst ja nichts zu tun), die meist nicht den Hauch einer Ahnung der Situation des Betroffenen haben, in "Sesselpfurzermanier" geduldig durchziehen - auf dem psychischen Rücken des Versicherten. Der hat "sonst-was-zu-tun". Er muss jeden Tag sein Leben meistern.
Der Medizinische Dienst ist nicht der schnellste und wird in solchen Fällen gerne bemüht und auch schon mal vorgeschoben. Das dauert und vielleicht knickt der Versicherte ja ein. Das ist dann ein karrierefördernder Erfolg für den sogenannten "Gruppenleiter" der Versicherung (Glückwunsch!). Fairnesshalber muss ich sagen, dass bei Telefonaten schon mal Verständnis gezeigt (oder geheuchelt) wird.

Über einen anderen "sozialen Fall" berichten die Nürnberger Nachrichten in ihrer heutigen Ausgabe. "Mutter wartet auf Hilfe". Einer akut kranken Mutter hatte die mhplus die Haushaltshilfe erst verweigert (Ablehnung des Medizinischen Dienstes), dann, nach Einspruch, aber sehr spät, genehmigt. Die Familie musste eine Woche ohne Hilfe auskommen, obwohl sie ihr wohl zusteht.

Zustehende Leistungen für Schwerbehinderte, wie ein jährlicher Zuschuss für Umbaumaßnahmen werden verschleiert und verschwiegen (o.k. Wahrscheinlich stehen sie irgendwo im Kleingedruckten). Was der Versicherte nicht weiss ...

GMV sagt: nicht aufgeben. Wechseln. Zähne zeigen.

P.S. Deutschland ist eines der wenigen Länder, in dem die Pharmaindustrie die Preise für Medikamente frei festlegen darf. Wir alle zahlen die Zeche.

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